Sonntag, 17. Juni 2012

Jugendsünden

Wenn ich mir Gedanken über das Thema Jugendsünden mache, dann denke ich direkt an einen super aufregenden Tag-nicht was viele denken werden! Jugendsünde heißt für mich erstmal nicht die Sünde an sich, sondern Grenzen austesten und was neues ausprobieren. Bereuen kannst du es dann immer noch, aber in meinem Fall war es die Erfahrung wert. Ich kann jetzt keine Geschichte von Sex, Drugs und einer wilden Party bieten aber dafür eine mit Sinn. Dies fand ungefähr vor 7 Jahren statt, da war ich 16 Jahre alt.

Meine Freundin Nissma und ich hatten an Wochenenden unsere üblichen Islamseminare und in einem kam das Wort Niqab vor. Erstmal war ein großes Fragezeichen im Kopf, doch dann erinnerten wir uns an die typischen Fotos im Internet von den saudischen und emiratischen Frauen, die von Kopf bis Fuß gekleidet sind. Niqab bedeutet nämlich Gesichtsschleier. Für mich ein Fremdwort in Deutschland, denn hier hatte ich es bisher noch nie gesehen. Nissma, die immer mit neuen Ideen kam, hatte mich direkt für die nächste Woche verplant und meinte, dass wir  mal was Neues machen.
Gesagt Getan, wir verabredeten uns am Dortmunder Hbf und siehe da, was hatte sie in ihrem Beutel, ein Niqab, den sie im Internet bestellt hatte. Damit hätte ich nicht gerechnet. Wir verschwanden im Fotoautomat und zogen uns um. Für den Anfang gingen wir zur Münsterstraße, da dort sich die meisten ausländischen Geschäfte befanden und wir erhofft hatten, dass wir dort nicht für zu großes Aufsehen sorgen. Dann ging es also durch die Münsterstraße, viele Blicke, viele Beleidigungen, auch fiel oft das Wort "Vermummungsverbot", dann waren wir uns nicht mehr sicher, ob es nicht wirklich verboten ist. 
Wir gingen dann in einen Imbiss, um erstens von der Straße wegzukommen und zweitens mal das Essen mit dem Niqab auszuprobieren. Der Besitzer war sehr nett und machte sogar die Vorhänge zu und zeigte uns den Tisch in der hintersten Ecke, um in Ruhe zu essen. Das Essen klappte, da wir es ausziehen konnten. Auf dem Weg zurück zum Hauptbahnhof wurden die Menschen gefühlt noch fieser und wir beeilten uns, zogen uns um und fuhren nach Hause. Für mich war es ein Spaß, aber Nissma fand die Reaktionen schrecklich. 
In der Bahn redeten wir nicht mehr und schauten nachdenklich aus dem Fenster. Heute hat Nissma eine kleine Familie und trägt den Niqab und ich denke gerne an diese Zeit!

Sonntag, 13. November 2011

Occupy Frankfurt

Vor ca. einer Woche gingen mein Mann und ich nach einer Shopping Tour durch Frankfurt an der Anlaufstelle der Occupy Frankfurt vorbei, die sich am Willy-Brandt-Platz befindet. Wir wollten uns ein eigenes Bild davon machen. Vor allem was machen die Leute dort? Am Infostand redeten wir mit einem Mädchen, leider habe ich den Namen vergessen. Im Gedächtnis blieb mir nur, dass sie 14 Jahre alt ist. Wir fragten sie wohl die typischen Fragen, ob es was gebracht hat und wie sie organisiert sind? Sie sagte, dass schon einige Banker aus dem Bankenviertel in Frankfurt runtergekommen wären und die Demonstraten um ein Gespräch gebeten hätten. Leider meinte sie, werde das ganze hier auch ausgenutzt, um Party zu feiern und sich vor Ort zu besaufen, jedoch werden schon Workshops angeboten. Und natürlich ist der Infostand immer besetzt. Zuletzt interessierte sich noch mein Mann, was sie mit ihren jungen Jahren eigentlich hier macht. Sie antwortete, dass sie an einer Privatschule sei und man lediglich eingetrichtert bekommt, dass man die Elite sei, dabei interessierten sich die Mädels sehr für das Äußerliche und sie möchte einfach was sinnvolles tun. Dankend verabschiedeten wir uns.


Hier ein paar Eindrücke von den Sprüchen auf diversen Plakaten







Montag, 31. Oktober 2011

Zahnräder Konferenz 2011

Am 7.10.2011-9.10.2011 fand die Zahnräder Konferenz in NRW statt. Weitere Informationen könnt ihr auf der Homepage nachlesen. Ich hatte mich auch mit meinem Projekt >Zahnräder Schulen< beworben und wurde eingeladen. Leider konnte ich krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Trotzdem möchte ich mein Projekt mit euch teilen:

Die Idee

Die Idee besteht darin, dass das Zahnräder-Netzwerk Kooperationen mit Schulen schließt, um miteinander zu arbeiten und voneinander zu lernen. Die Zahnräder Mitglieder stehen nicht nur den Schulen beratend zu unterschiedlichen Themen zur Seite, sondern gestalten auch zusammen mit den Schülern und Lehrern Projekte. Zum einen verschafft sich Zahnräder Gehör bei den Jugendlichen und zum anderen werden Talente entdeckt und Fähigkeiten der Schüler ausgebaut. Es gibt erstaunlicherweise eine geringe Anzahl von Organisation mit mehrheitlich muslimischen Hintergrund, die aktiv in einer Kooperation mit Schulen sind. Hauptsächlich werden von islamischen Vereinen Moscheebesuche und Aufklärungsarbeit im Bereich Islam angeboten, aber kaum eine Kooperation, in der es um Bildung im Allgemeinen geht. Und gerade das sehe ich als Anlass dieses Projekt kurz vorzustellen.

Der Ablauf
  • Kontakt zu Schulen herstellen
  • Das Konzept vorstellen und eine Kooperation mit den Schulen eingehen.
  • Die Schulen als Partnerschulen auf der Homepage aufnehmen
  • Interessenten an dem Projekt bzw. Mitglieder des Zahnräder Netzwerkes stellen sich zunächst als Berater zur Verfügung.
  • Es werden Projekte erarbeitet (z.B. kreative Workshops, Aufklärung zu gesellschaftlichen Problemen, Studien- und Berufsberatung).
  • Ideen der Schüler und Lehrer werden protokolliert und können für Projekte innerhalb des Zahnräder Netzwerkes genutzt werden.
Bei mehreren Partnerschulen könnte man in Erwägung ziehen eine jährlich stattfindende Zahnräder-Schulen Konferenz zu organisieren, in der die Schüler sich über ein bestimmtes Thema austauschen und diskutieren können.

Die Ziele

Ziel ist es, dass das Zahnräder Netzwerk Ideen und Anregungen aus der Welt der Jugendlichen in den Schulen erfährt. Sie können inspirierend und hilfreich für Vorhaben des Zahnräder Netzwerkes sein. Auch wenn man bedenkt, dass jede neue Generation ihre eigenen Vorstellungen und „Probleme“ hat. Gleichzeitig profitieren die Schüler und das Lehrpersonal von Projekten und den Beratungen. So wird das Interesse am Zahnräder Netzwerk auch in Zukunft durch den Zusammenschluss mit Schülern bestehen bleiben. Außerdem übernimmt das Zahnräder Netzwerk eine positive Vorbildfunktion im Bildungssektor. Es ist in erster Linie nur eine Idee, die erst mit dem Beginn des Projektes ausgereift werden kann.