Ich hatte oft die Begegnung mit Menschen, die einen auf Grund des Kopftuches, der Hautfarbe oder ihrer eigenen Frustration beleidigen und mir die üblichen Klischees vor den Kopf knallen. Es sind Aussagen, die mich nicht treffen können, denn sie entstehen meist aus Unwissenheit und dafür habe ich immer Verständnis gehabt. Die letzte Begegnung traf mich sehr. In der überfüllten Bahn zwischen Dortmund und meiner Heimatstadt stiegen eine Gruppe von Rechtsradikalen ein. Sie sahen nach Rechtsradikalen wie im Buche aus: Springerstiefel, T-Shirt mit ihrem Logo und die polierte Glatze. Meine Schwester und Ich saßen unbeeindruckt da und hielten uns die Nase zu, da sich in der Bahn ein miefender Geruch entwickelte. Sie beleidigten uns mit den Worten " Kanake" ( Gerade eben musste ich nachschauen, wie es geschrieben wird ) und " Ihr riecht euch selbst und seid nicht willkommen". Meine Wut steigerte sich. Ich wollte klug sein und nicht antworten, denn dem Aussehen nach schienen sie gefährlich zu sein. Aber ich konnte nicht und mich verließ meine kluge Seite und meine Ruhrpottmanier kam zum Vorschein. Eigentlich wollte ich mich nicht mehr einschüchtern lassen oder verletzt reagieren. In muslimischen Kreisen wird zur Geduld aufgerufen, wenn man beleidigt wird. Man solle stark sein. Aber diesmal fühlte ich mich nicht beleidigt, sondern auf den Boden getreten, denn die Bahn war voll, starke Männer weit und breit und keiner konnte seine Abneigung kundtun? Keiner? Ich tat es und konterte. Sie wurden wütend und beleidigten härter bis einer meiner Schwester ins Gesicht pustete und sie anspuckte und meine Schwester ausholte und ihm die Bierdose gegen das Gesicht knallte. Die Rettung war, dass sie aussteigen mussten. Sie waren nicht gefährlich und anscheinend geschockt gewesen, dass wir zwei junge Frauen uns wehrten. Natürlich schaute uns die restliche Fahrzeit jeder mit vollem Mitleid an.
Nein Danke, die brauche ich nicht!
Mittwoch, 5. Oktober 2011
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